Grauverlaufsfilter (GND Filter) in der Fotografie

Früher oder später kommt man um sie nicht mehr herum: die sogenannten Grauverlaufsfilter, auch GND Filter (aus dem Englischen für graduated neutral density). Vor allem in der Landschaftsfotografie sind sie ein nahezu unentbehrliches Hilfsmittel um korrekt belichtete Aufnahmen zu erhalten.

Doch vorab zunächst eine kurze Erläuterung:

 

Das Problem

 

Jeder der mit einer Kamera unterwegs ist dürfte diese Erfahrung gemacht haben: man hat ein tolles Motiv gefunden, das Wetter und Licht ist super, die Kamera eingestellt, drückt ab, und freut sich über ein super Bild. Spätestens zu Hause am PC kommt dann die Ernüchterung: Der Vordergrund ist super belichtet, nur der Himmel ist eine einheitlich weiße Fläche, von den schönen Wolken ist nichts mehr zu sehen. Oder umgekehrt: Der Himmel sieht super aus, nur vom Vordergrund ist nicht mehr viel zu erkennen, weil er schlicht zu dunkel ist.

Die Ursache ist, dass der Kamerasensor keine so großen Helligkeitsunterschiede wie das menschliche Auge wiedergeben kann, bzw. die Verarbeitung der Sinnesreize im Gehirn. Sprich: Der Dynamikumfang ist wesentlich kleiner. So hat man bei der Aufnahme eines Bildes mit großen Helligkeitsunterschieden die Schwierigkeit, beides in einer Aufnahme richtig zu belichten. Entweder stellt man die Belichtung auf den dunkleren Vordergrund, mit dem Ergebnis, dass der Himmel überbelichtet wird, oder belichtet umgekehrt auf den Himmel, nur ist dann der Vordergrund zu dunkel  bzw. unterbelichtet.

Stark überbelichtete Bereiche enthalten keinerlei Zeichnung mehr, dort lässt sich bei der Bildbearbeitung nichts mehr retten. Dunkle Bereiche (sofern nicht völlig schwarz) lassen sich zwar noch zu einem gewissen Grad aufhellen, insbesondere dann, wenn es sich um eine RAW Datei handelt, jedoch geht das mit Verstärkung des Rauschens und abnehmendem Kontrast einher.

Kurzgefasst: es ist keine gute Lösung bei der Belichtung einen Kompromiss einzugehen.

Die Lösung

 

GND_Filterset_Hard

Set aus drei Grauverlaufsfiltern in den Stärken 0.3 – 0.6 – 0.9

 

Durch Verwendung von Grauverlaufsfiltern lässt sich gezielt die Helligkeit eines zu hellen Himmels reduzieren. Hierfür eignet sich am besten ein Steckfiltersystem, das im Vergleich zu alternativ erhältlichen runden Schraubfiltern, die vor das Objektiv geschraubt werden, flexibler einsetzbar ist. Schraubfilter sind eher für Aufnahmen mit mittigem Horizont geeignet, der Übergang von hell nach dunkel befindet sich immer an derselben Stelle in der Mitte des Filters. Er lässt sich nur um die eigene Achse drehen, jedoch nicht in der Höhe verschieben.

Steckfiltersysteme und dazu passende Filter gibt es von verschiedenen Herstellern. Die bekanntesten sind Singh Ray, Lee, Formatt Hitech und Cokin. Nach stundenlanger Informationsbeschaffung über die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme habe ich mich für das 100 mm Filtersystem von Lee entschieden, welches ich hier näher vorstellen möchte.

Die erhältlichen LEE Grauverlaufsfilter sind aus Resin, einem Kunstharz, werden in Handarbeit gefertigt und sind absolut farbneutral, auch bei Verwendung mehrerer Filter gleichzeitig soll es keinen Farbstich geben. Das verwendete Material ist anfälliger für Kratzer als z.B. das härtere Glas bei Schraubfiltern, ein entsprechender sorgsamer Umgang sowie geeignete Unterbringung ist daher ratsam.

 

Das Lee 100 mm Filtersystem

 

Kamera_und_LEE_FilterhalterGrundlage des LEE-Systems ist der Filterhalter, der mit einem Adapterring auf dem Objektiv befestigt wird. Dieser Adapterring muss separat bestellt werden, es gibt ihn in verschiedenen Durchmessern und in einer Standard- sowie Weitwinkelausführung. Der benötigte Durchmesser richtet sich nach der Gewindegröße an der Vorderseite des Objektivs. Die Weitwinkelausführung ist flacher und wie der Name schon sagt, für Weitwinkelobjektive gedacht. Dadurch liegt die Halterung etwas näher am Objektiv und soll Vignettierung im Weitwinkelbereich vermindern. Nachteil dieses Adapterrings ist, dass er nicht auf einen Schraubfilter aufgeschraubt werden kann bzw. sollte (z.B. ein ND Standardfilter), da er sich über den Filter stülpt und bei zu starker Festdrehung ein Lösen schier unmöglich machen könnte.

Auf den Adapterring wird nun der Filterhalter gesteckt und durch einen gefederten Arretierungsbolzen festgehalten. Er ist um 360° frei drehbar wodurch sich der Bereich, der abgedunkelt werden soll, gezielt festlegen lässt.

Der Filterhalter ist erhältlich im sogenannten „Foundation Kit“ , dem „Starter Kit“ und dem „Professional Kit“. Es können zwei Filter hintereinander gesteckt werden, wobei im Foundation Kit noch eine weitere Aufnahme (bestehend aus zwei Teilen für jeweils links und rechts), längere Schrauben sowie ein passender Schraubendreher mit dabei liegen. So können bis zu drei Filter gleichzeitig verwendet werden. Im Starter Kit geht das nicht, die Zubehörteile müssten hier nachbestellt werden, falls sie benötigt werden.

 

LEE_Filterhalter

Der Filterhalter im Foundation Kit mit Zubehör

 

Aufbewahrt wird der Filterhalter in dieser mitgelieferten, robusten Tasche:

 

LEE_Filterhalter_Tasche

LEE Filtertasche

 

Das Starterpaket enthält zusätzlich noch einen ProGlass 0,6 ND Standardfilter und einen 0.6 ND Verlaufsfilter mit hartem Übergang, sowie ein Reinigungstuch und eine Filtertasche für drei Filter.

Bestandteil des Professional Kit sind zwei Filterhalter, die über einen Tandemadapter miteinander verbunden werden und sich unabhängig voneinander drehen lassen. Für alle, die vom Filtern nicht genug bekommen können 🙂

 

Die Filter

 

Die Einsteckfilter in den Maßen 100×150 mm sind in verschiedenen Stärken erhältlich:

 

  •  0.3   (1 stop)
  •  0.45 (1,5 stops)
  •  0,6   (2 stop)
  •  0,75 (2,5 stops)
  •  0,9   (3 stop)

 

Das bedeutet, dass sich die Belichtung bei Verwendung eines einzelnen Filters im dunklen Bereich um eine bis drei Blendenstufen (stops) reduzieren lässt.

Diese Filter gibt es mit zwei unterschiedlichen Übergängen vom hellen in den dunklen Bereich:

  • Soft: der Übergang erfolgt sehr weich, es gibt keine sichtbare Kante. Dieser Filtertyp eignet sich vor allem für Aufnahmen, in denen es keinen klar definierten Horizont gibt, z.B. im Gebirge, bei Stadtaufnahmen, einer Lichtung im Wald etc.

 

GND_Filter_Soft

LEE 0.6 Neutral Density Soft Grad

 

  • Hard: hier ist der Übergang sehr viel härter und klarer definiert, daher eignet sich dieser Typ vor allem für Aufnahmen mit einem geraden Horizont, z.B. am Meer oder flachen Landschaften.

 

GND_Filter_Hard

LEE 0.6 Neutral Density Hard Grad

 

Ideales Einstiegsset

 

Mich beschäftigte vor allem die Frage, welcher Filtertyp in welcher Stärke für den Anfang am wichtigsten ist, diese Überlegung bereitete mir angesichts der doch recht hohen Kosten einiges an Kopfzerbrechen.

Einen universellen Grauverlaufsfilter gibt es nicht, der benötigte Typ richtet sich nach dem Motiv. Am Ende habe ich mich für diese Ausstattung entschieden, die meinen Bedürfnissen am ehesten gerecht wird:

 

  • Lee Foundation Kit: Der Halter bildet die Grundlage des ganzen Systems, in ihn können bis zu drei Einschubfilter gesteckt werden.

 

LEE_Foundation_Kit_Verpackung

LEE Foundation Kit

 

  • Passender Adapterring: Weitwinkel oder Standard je nach verwendetem Objektiv, in meinem Fall der 77 mm Weitwinkeladapter, für Objektive mit kleinerem Gewinde kann ein günstiger zusätzlicher Step-Down Adapter verwendet werden

 

LEE_Adapterring

LEE Lens Adapter Ring (Wide Angle)

 

  • Ein Hard Edge Filter Set (drei Filtern in den Stärken 0.3, 0.6, 0.9) für Aufnahmen mit klar definierten Horizonten, z.B. flache Landschaften oder am Meer. Die Aufbewahrung erfolgt in einem sehr handlichen Filter-Wrap, einer dünnen Tasche aus Filz mit drei Einschubfächern in welche die Filter eingesteckt und dann einfach übereinander geklappt werden. Eine sehr schöne Lösung finde ich, und durch den weichen Filz sind die Filter vor Kratzern sicher.

 

LEE_Filterset_Verpackung

LEE Hard Edge Filter Set

 

  • Ein zusätzlicher Soft Edge Filter in der Stärke 0.6 für Berglandschaften und andere Aufnahmen in der Natur, z.B. im Wald, wenn der Himmel durch die Baumkronen zu sehen ist und die freien Stellen Überbelichtet sind, oder bei Stadtpanoramen, wenn Hochhäuser in den Himmel ragen. Bei Einzelfiltern wird noch eine Filtertasche mitgeliefert, in welcher der Filter gut geschützt untergebracht ist. Leider ist die Innenseite nicht aus Filz sondern aus einem härteren Synthetikmaterial, nicht ganz ideal finde ich.

 

GND_Filter_Soft

LEE 0.6 Neutral Density Soft Grad

 

  • ein empfehlenswertes Zubehör ist die Multifilter Tasche (Multi Filter Pouch): Eine sehr robuste Tasche mit Reißverschluss und einzelnen Fächern aus Filzstoff für 10 Filter. Hier sind die teuren Filter optimal aufbewahrt, und wenn man schon hunderte Euro für Filter ausgibt, sollte man an einer geeigneten Schutzhülle nicht sparen. Ich habe sie gleich ein paar Tage später nachbestellt, daher mein Tipp, die Tasche direkt mitbestellen, es lohnt sich definitiv. Die Filter schauen oben ein paar mm aus dem Fach heraus, gerade soweit, dass man die Beschriftung darauf noch lesen kann. Ein sehr schönes und praktisches Detail finde ich! Alternativ gibt es die Möglichkeit, an der Vorderseite einen der mitgelieferten Beschriftungszettel hinter ein Klarsichtfenster zu schieben, und auf diesen die Filterbezeichnungen zu schreiben.

 

Lee_Multi_Filter_Pouch

LEE Multi-Filter Pouch

 

Dieses Set sollte für die meisten Anwendungen ausreichen und schlägt mit ca. 450-500 Euro zu Buche. Bei sorgsamem Umgang sollte der Spaß daran über viele Jahre garantiert sein und die Belohnung sind besser belichtete Bilder und weniger Zeit, die man am PC verbringt, zum Beispiel beim Zusammensetzen von Belichtungsreihen, was eine alternative Lösungsmöglichkeit des Problems wäre, solange keine Bewegung im Bild vorhanden ist. Dann doch lieber ein bisschen mehr Zeit draußen im Freien für das Einstellen der Filter verwenden.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: am einfachsten und schnellsten ist es, alles bei einem Händler direkt in England zu bestellen (alternativ auch über Ebay oder Amazon.co.uk) da LEE Filter bei deutschen Händlern nur schwer zu bekommen oder oft nicht vorrätig sind. Zudem ist die Auswahl dort viel größer. Die Lieferung hat in meinem Fall (alles vorrätig) nur zwei Tage gedauert und das komplette Set war trotz höherer Versandkosten immer noch günstiger als bei deutschen Händlern.

 

LEE im Vergleich zu anderen Systemen

 

Hier noch ein paar Punkte, die mich im Wesentlichen zu LEE geführt haben.

  • Singh Ray soll zwar eine der besten Qualitäten haben, diese lässt sich der Hersteller allerdings auch teuer bezahlen. Das war für mich keine Alternative, zudem diese Filter noch schwerer erhältlich sind.
  • Das Cokin Z-Pro System ist von der Größe her gesehen das Pendant zu Lee, dort hat mich allerdings alleine schon die Suche nach passenden Filtern schier in den Wahnsinn getrieben. Für dieses System ist auch eine Vielzahl an extrem günstigen Filtern aus Asien erhältlich –  über die Qualität lässt sich nur mutmaßen. Viele Einsteiger haben sich zuerst das System gekauft, und sind dann später doch umgestiegen auf LEE, es war häufig von Farbstichen die Rede.
  • Formatt Hitech: Dieses Filtersystem war lange mein Favorit. Ein Kritikpunkt den ich herausgefunden habe, betrifft den Filterhalter, bei welchem der erste Filter über den Rahmen des Halters schleift, hier gibt es keinen Abstand. Befindet sich dort also grobkörniger Staub, so besteht die Gefahr, dass der Filter zerkratzt. Keine ideale Lösung finde ich.
  • Von Formatt Hitech gibt es vergleichsweise sehr günstige Mastersets, bestehend aus drei ND Standardfiltern und drei ND Verlaufsfiltern, allerdings haben die Verlaufsfilter dort nur die Maße 100x125mm. Das macht die Handhabung etwas fummeliger wenn der Horizont sich ausserhalb der Bildmitte befindet, was in den meisten Aufnahmen der Fall sein dürfte.
  • Der optional erhältliche 105 mm Polarisationsfilter von Hitech wird mit einem Adapter am Haltersystem befestigt, dessen Gewinde aus Kunststoff besteht. Das erscheint mir nicht sehr vertrauenserweckend.

 

Vorteile des LEE Systems

 

Diese Punkte waren letztendlich für mich ausschlaggebend:

  • Die Farbtreue der LEE Filter ist ausgezeichnet (kann ich nach ersten Aufnahmen definitiv bestätigen)
  • Einfach zu handhabender Filterhalter, der nur aufgesteckt wird, ohne zu schrauben
  • Hitech Filter passen ebenfalls in den LEE Halter, allerdings passen LEE Filter nicht in die Hitech Halterung, weil diese zu dick sind. Ein großer Vorteil, wenn man sich später noch alternative Filter zulegen möchte (zum Beispiel GND Reverse Filter, also umgekehrte Grauverlaufsfilter (die gibt es von LEE nicht) oder ND Standardfilter, die im Set von Hitech deutlich günstiger sind)
  • Erweiterbarkeit des Halters durch einen Polarisationsfilter, der auf einen Adapterring mit Aluminiumgewinde geschraubt wird

 

Grauverlaufsfilter in der Praxis

 

Um den Einsatz von Grauverlaufsfiltern zu demonstrieren habe ich diese beiden Bilder aufgenommen (sie sind unbearbeitet), eines mit Filter und eines ohne. Beim ersten Bild ohne Filter ist der Himmel deutlich zu hell und es sind kaum noch Strukturen zu erkennen. Durch den Grauverlaufsfilter wird der Himmel abgedunkelt und passt in der Helligkeit zur Landschaft, die Wolken und das Blau des Himmels sind deutlich sichtbar.

 

Beispielbild-ohne-Filter

Beispielbild 1: Moselschleife bei Bremm, aufgenommen ohne Grauverlaufsfilter

 

Beispielbild-mit-Grauverlaufsfilter

Beispielbild 2: Moselschleife bei Bremm, aufgenommen mit einem Grauverlaufsfilter mit hartem Übergang

 

Nachtrag 14.07.2016

 

Mittlerweile nutze ich die Filter seit über zwei Jahren regelmäßig, um genau zu sein bei etwa 99 % meiner Aufnahmen. Neu dazugekommen ist noch ein 0.9er Verlaufsfilter mit weichem Übergang, den ich sehr häufig nutze, in einigen (seltenen) Fällen sogar noch in Kombination mit dem 0.6er, z.B. in den Bergen, wenn auf den Gipfeln noch Schnee liegt und dieser von der Sonne angestrahlt wird. Für die nächste Frühjahrstour in die Berge werde ich mir wohl noch einen 1.2er Filter zulegen.

Die von mir meistgenutzten Filter sind die 0.6er und 0.9er, motivabhängig mit hartem oder weichem Verlauf. Diese vier Filter sind die wichtigste Grundausstattung. Die 0.3er kann man sich sparen, in ganz seltenen Fällen habe ich ihn mal mit einem 0.9er kombiniert. Alleine habe ich ihn noch nie gebraucht.

 

Pflege und Haltbarkeit

 

Einige Filter haben schon viel mitgemacht: sie waren komplett mit Spritzwasser eingenässt (z.B. an einem Wasserfall oder am Meer durch die Gischt), im Nebel mit feinsten Wassertröpfchen versehen oder an sehr kalten Morgen mit hoher Luftfeuchtigkeit beschlagen und sogar an den Rändern vereist.

 

vereister-Filter_500px

Vereister Grauverlaufsfilter an einem kalten, nebligen Morgen

 

Ein sehr wichtiges Hilfsmittel bei beschlagenen Filtern ist zum Beispiel der „Super Rocket-air Blower“ von Giottos: hiermit können nicht nur Objektive ganz leicht von Staub befreit werden sondern auch beschlagene Filterscheiben freigepustet werden. Das ist in jedem Fall besser als drüberwischen, weil es keine Schlieren gibt. Die Wassertröpfchen werden zum Rand gepustet und der Bereich vor dem Objektiv ist frei. Die Grundreinigung kann dann später noch erfolgen.

 

DSC_5414

Giottos Super Rocket-air Blower

 

Eine gute Pflege ist unabdingbar, vor allem wenn man öfter gegen die Sonne fotografiert und mit kleinen Blenden von f/10 oder f/11 arbeitet. Dabei wird jeder noch so kleine Fleck oder Staub auf dem Filter in der Aufnahme als heller Lichtfleck sichtbar. Je nach Anzahl, Größe und Position im Bild (z.B. vor sehr detailreichen Bildelementen) sind selbst die Möglichkeiten von Photoshop irgendwann begrenzt.

Für die Grundreinigung hat sich dieses Mittel bewährt:

 

DSC_5415

LEE antistatischer Filterreiniger

 

Zur Reinigung zuerst den Filter unter laufendem Wasser vom groben Schmutz und Staub befreien, danach ein paar Spritzer des Reinigers auf den Filten geben, leicht verreiben, ggfs. kurz einwirken lassen und mit lauwarmem Wasser abspülen. So lässt sich jeder noch so hartnäckige Schmutz vom Filter entfernen. Wahrscheinlich täte es eine handelsübliche milde Seife auch, aber wennschon, dennschon 🙂

Anschließend noch mit einem weichen Mikrofasertuch vorsichtig trocknen, und der Filter ist wie neu.

Vor jeder Tour prüfe ich, ob sämtliche Filter frei von Flecken und Fusseln sind, vor allem im mittleren Bereich der für die Aufnahme relevant ist. Die Randbereiche sind nicht so wichtig. Bevor sie dann vor Ort in den Filterhalter kommen, puste ich sie nochmal frei und kontrolliere regelmäßig, ob sich nicht doch ein Staubkorn, Fussel oder gar eine Fliege draufgesetzt hat (das kommt auch schon mal vor…)

Ich versuche es tunlichst zu vermeiden, die Filter erst vor Ort mit einem Lappen sauber zu machen. Die Grundreinigung führe ich lieber in Ruhe zu Hause mit einem sauberen Tuch durch. Manchmal geht es jedoch nicht anders, z.B. wenn sie erst dann verschmutzt werden. Eingetrocknete Wasserflecken lassen sich nicht anders entfernen, um ein Tuch kommt man dann nicht herum. Im schlimmsten Fall ist mal ein Sandkorn im Tuch oder auf dem Filter und die Gefahr ist groß den Filter dann zu zerkratzen. Zwar sind sie sehr widerstandsfähig, am Ende ist es aber auch nur Kunststoff.

Ein paar leichte Mikrokratzer sind bei manchen meiner Filter bereits vorhanden, jedoch stören diese bisher nicht weiter. Ganz vermeiden lässt es sich halt doch nicht, egal wie vorsichtig man damit umgeht. Sobald man mit dem Licht fotografiert, ist das eh nicht weiter relevant.

 

Ich bedanke mich fürs Lesen und hoffe, der Beitrag hilft bei der Entscheidungsfindung. Auch wenn das LEE Set nicht gerade günstig ist, die Qualität hat mich voll und ganz überzeugt und es ist immer noch günstiger, als sich zuerst ein anderes, günstigeres Set zu holen und dann später umzusteigen.

 

Du hast eigene oder andere Erfahrungen gemacht? Oder sonstige Anmerkungen und ergänzende Hinweise?

Ich freue ich mich über einen Kommentar oder eine Nachricht.

 

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8 Kommentare

  1. danke für die tolle Ünersicht. Auch ich hatte dises Überlegungen. Es war dann doch ein weiterer ausschlaggebender Punkt bei mir dabei: der Preis. Und da ist Lee eben mit Abstand teurer als Formatt Hitech. Leider… Ich hoffe, ich bereue die Entscheidung nicht irgendwann, denn ich kaufe gerne für die Ewigkeit.
    Bin aber eben doch eher Lightpainter als Landschaftsfotograf 😉

    • Michael Valjak

      Hallo,

      ja das stimmt, günstig ist LEE wirklich nicht, daher behandle ich die Filter auch wie rohe Eier 🙂 Bisher habe ich zumindest was die Grauverlaufsfilter angeht ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Lediglich der Big Stopper ist sehr blaustichig (zumindest meine Version) was sich zum Glück im Nachhinein durch Anpassung des Weißabgleichs korrigieren lässt.

      Als Lightpainter sind vermutlich ND Filter recht interessant, es gibt es mittlerweile welche von HAIDA, die wohl auch wirklich gut sein sollen. Davon werde ich mir bald einen bestellen und diesen ausgiebig testen. Die Haida Filter sind ein wenig günstiger als die von LEE. Ich bin gespannt!

      Grüße,

      Michael

  2. Danke für den interessanten Artikel. Nach einigen Jahren des Blendings von mehreren Belichtungen gehe ich grad langsam wieder dazu über, Grauververlaufsfilter einzusetzen. Der Grund ist dabei ganz einfach: Ich muss weniger Zeit am PC verbringen. Die Bildbearbeitung geht viel schneller und die versehentlich abgedunkelten Stellen kann ich mit dem Tiefen-Regler leicht wieder zurück holen.

    • Michael Valjak

      Hallo Matthias,

      danke für deinen Kommentar. Die Filter helfen wirklich sehr, es gibt kaum noch Bilder bei denen ich keine verwende. Nur verbringe ich immer noch sehr viel Zeit mit der Bearbeitung, weil ich auch mit einem eingesetzten Filter von jeder Szene Belichtungsreihen anfertige und diese dann verarbeite, damit wirklich nichts verloren geht und die dunklen Bereiche nicht zu sehr rauschen durch die Aufhellung. Für manche Bilder kommen so schnell mal ein paar Stunden am PC zusammen… und der Anspruch steigt stetig 😀

  3. Hallo Michael,
    danke für die ausführliche Beschreibung. Ich plane aufgrund der gewachsenen Anzahl an Objektiven (natürlich mit unterschiedlichem Durchmesser) den Umstieg von Schraub- auf Steckfilter. Da hilft mir Deine Beschreibung sehr gut. Mal sehen, für was ich mich am Ende entscheide, mich schreckt die Kratzempfindlichkeit noch etwas bei den Lee-Filtern.

    VG, Thomas

    • Michael Valjak

      Hallo Thomas,

      freut mich wenn ich dir ein bisschen helfen konnte. Die Kratzempfindlichkeit ist so eine Sache, bei vorsichtigem Umgang halten die Filter im Prinzip ewig.

      Aktuell interessiere ich mich für Grauverlaufsfilter von Haida oder NiSi, da gibt es welche aus optischem Glas, das im Vergleich zu denen Kunststofffiltern noch unempfindlicher gegen Schmutz und Kratzern sein sollen. Vor allem die von NiSi sind interessant, da sie zusätzlich eine Nanovergütung haben um Reflexionen zu minimieren. Nur leider sind die nochmal ne ganze Ecke teurer… Erfahrungswerte habe ich damit noch keine, denke für nächstes Jahr werde ich mir mal zwei Filter zulegen.

      Grüße,
      Michael

  4. guten tag
    ich weiss dass der blog schon älter ist habe ich noch eine frage und zwar: ich möchte mir erst nur einen Verlaufsfilter mit weichem Übergang kaufen. Daher is meine Frage ob sie mir eher den 0.6 oder 0.9 empfehlen würden?
    lg

    • Michael Valjak

      Hallo Doro,

      das hängt vor allem davon ab, was und wann du fotografierst. Ich benutze beide Filter, den 0,6er und 0,9er sehr häufig. Den 0,9er vor Sonnenaufgang, wenn der Himmel im Vergleich zum Vordergrund deutlich heller ist, wobei es auch hier davon abgehängt wie hell er ist, z.B. ob Wolken vorhanden sind oder ob es ein klarer Himmel ist. Den 0,6er nutze ich dann wenn es heller ist und mehr Licht auf den Vordergrund fällt, da ist der 0,9er oft schon zu dunkel im oberen Bereich.

      Bei ganz extremen Lichtsituationen habe ich sogar schon beide Filter zusammen verwendet (z.B. bei schneebedeckten Bergen, wenn die Sonne drauf scheint und der Vordergrund im Schatten liegt). Tendenziell nutze ich den 0,9er etwas häufiger. Den 0,3er kannst du dir hingegen sparen.

      LG
      Michael

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